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Die Isländer sind eine der letzten Nationen Europas, die trotz der Technisierung noch eine selbstständige Natur besitzen - eine Natur, die mit anderen Worten einen selbstständigen, von den Menschen unabhängigen Willen besitzt, eine Natur, die sich die Menschen trotz jahrhundertelanger Versuche nicht unterwerfen konnten.


Die Tour: Keflavik - Reykjavik - Selfoss (Süden) - Landmannalauger (Hochland) - Geysir - Gullfoss  - Kjölur (Hochlandpiste) - Blönduos (Norden) - Snäfellsnes (Westen) - Reykjavik - Reykjanes - Keflavik

Gefahren von Nicole und Marc


Nach einem guten Flug radelten wir bei ziemlich starkem Wind an der Küste entlang in die Hauptstadt Reykjavik.


Reykjavik

Als wir am nächsten Tag in Richtung Südküste fuhren kamen wir in einen ziemlich starken Sturm indem Wind und Regen das fahren unmöglich machten. Mit letzter Kraft erreichten wir einen Pferdestall indem wir nächtigten.

Über Sellfoss ging es dann weiter Richtung Süden wo wir die Ringstrasse, die einmal um die ganze Insel führt bei Hella verließen.


Zelten bei Leirubakki


Wir fahren auf die Hochlandpiste


Jetzt war es vorbei mit der komfortablen Straße. Wir fuhren auf einer Hochlandpiste die einige Hindernisse für uns bereithielt.


Hochlandpiste in Richtung Landmannalauger

Wir mussten immer wieder Flüsse durchqueren und kamen oft in tiefen Sand der das fahren unmöglich machte.


Flussfurt in Richtung Landmannalauger


Nicole macht sich bereit für die Furt durch das eiskalte Wasser

Nach 10 Stunden Quälerei erreichten wir endlich Landmannalauger.
Dieses Gebiet ist bekannt für seine bunten Rhyolithberge und seine vulkanische Aktivität.


Landmannalauger


Unsere Zeltnachbarn in Landmannalauger

Wir verließen Landmannalauger über eine sandige Piste in Richtung Norden.


Hochlandpiste F 208


Der tiefe Sand macht das Fahren oft zur Tortur

Bei Hraunjeyar fuhren wir aus dem südlichen Hochland heraus und kamen endlich wieder auf eine asphaltierte Straße auf der wir dann über 100 km bis zum Geysirgebiet radelten.

Die Fontäne des noch aktiven Geysir „Strokkur" war schon von einigen Kilometern Entfernung aus zu sehen. Dort angekommen waren wir völlig beeindruckt von dem Geysir der etwa alle 10 Minuten fauchend eine Fontäne bis zu 25 Metern in die Luft jagt.


Geysir "Stokkur"

Weiter ging es zum eindrucksvollen Wasserfall Gullfoss. Hier stürzt die Hvita, ein Fluss der von einem Gletschersee des Langjökull abfließt, 32 Meter über Stufen in die Tiefe.


Gullfoss

Nicht weit vom Gullfoss entfernt beginnt die Hochlandpiste "Kjölur". Sie ist eine von zwei Nord-Süd Verbindungen die über das unbewohnte zentrale Hochland führen. Vollgepackt mit Essen machten wir uns auf den Weg Richtung Norden.


Nicole und ich unterwegs auf der "Kjölur"

Die Piste führte uns durch eine graue Geröllwüste immer bergauf. Das Fahrradfahren war hier extrem mühsam weil wir uns andauernd mit starkem Wind, Regen und tiefen Schlaglöchern auseinandersetzen mussten.


Blick auf die Hochlandpiste "Kjölur"


Wir machen eine Pause


Mittlerweile waren Stefan ein Radler aus München und Silke eine Abenteurerin aus Österreich zu uns gestoßen und wir konnten mit ihnen unser Leid teilen.

Flankiert von zwei riesigen Gletschern ging es dann weiter ins Geothermalgebiet "Hveravellir" wo wir uns in einem natürlichen heißen Pool entspannten.


Geothermalgebiet "Hveravellir"

Nachts wurde man immer wieder von fauchenden Fumarolen, die nicht weit vom Zelt entfernt waren geweckt.

Wir fuhren weiter durch eine mondähnliche Landschaft. Herumliegendes Geröll machte das Fahren zu einer Tortur. Wir wurden aber immer wieder von atemberaubender Landschaft belohnt.


Ein Tafelberg in der mondähnlichen Landschaft des Hochlands

Bevor wir das Hochland verlassen konnten zwang uns ein Wettersturz mit Kälte und starkem Regen zu einem Notbiwak in der Wildnis.


Wir zelten mit Stefan und Silke in der Wildnis

Nach 4 Tagen Hochland erreichten wir Blönduos und wir waren wieder in der Zivilisation.


Wir verlassen das Hochland und verabschieden uns von Stefan und Silke

Als nächstes fuhren wir Richtung Westen auf die Halbinsel Snäfellsnes.


Olafsvik auf der Halbinsel Snäfellsnes


Immer wieder müssen wir lange Steigungen bewältigen

Ein landschaftlicher Kleinod gekrönt mit einem der bekanntesten Gletschern Islands dem Snäfellsjökull.


Der bekannte Snäfellsjökull


In drei Tagen radelten wir bei bestem Wetter um die Halbinsel und machten uns dann auf den Weg zurück Richtung Reykjavik wo wir zwei Tage zum Sightseeing verweilten.


Straße in Reykjavik


Hallgrimskirkja (Kirche) in Reykjavik


Die letzten zwei Tage sollten uns noch über die Halbinsel Reykjanes führen auf der sich auch der Flughafen in Keflavik befindet.

Wir radelten über staubige Sandpisten vorbei an Vulkanen und durch Lavafelder an die Südküste nach Krysuvik ,


Stundenlanges Radeln im Dauerregen

von wo aus uns eine erbarmungslose Wellblechpiste nach Grindavik führte.


Wellblechpiste auf dem Weg nach Grindavik

Am letzten Tag erholten wir uns im Badeparadies Blaue Lagune.


Blaue Lagune

Von hier aus wollten wir die letzten 50 km an den Flughafen auch noch mit dem Fahrrad zurücklegen. Bei Wind und Regen machten wir uns also auf den Weg und kamen nach ca. 5km in einen starken orkanartigen Sturm. Der Wind peitschte uns den Regen um die Ohren und nach einigen Schlangenlinien landeten wir abwechselnd im Straßengraben.


Am Flughafen angekommen wurden alle Flüge wegen Sturm gestrichen und man brachte uns für eine Nacht zurück nach Reykjavik in ein Hotel.

Am nächsten Tag ging es dann zurück in die Heimat.

Eine unvergessliche Tour, auf der wir über 1000 km zurückgelegt hatten, sehr viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt haben, vielen interessanten Menschen begegnet sind und die uns körperlich und mental einiges abverlangte war nun zu Ende.

 
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